Schüler setzten sich mit Sterben auseinander

Projekt „Hospiz macht Schule“ an der Kraichgau-Realschule soll geschützten Raum bieten und mögliche Fragen beantworten

Sinsheim. „Warum müssen wir uns mit einem solchen traurigen Thema beschäftigen?“ Das war die erste Frage einer Fünftklässlerin gleich zu Beginn des Projekts „Hospiz macht Schule“, das die Koordinatorin des Vereins Hospiz Kraichgau, Romina Beck, gemeinsam mit der ehrenamtlichen Hospizbegleiterin Monika Brunner an der Kraichgau-Realschule organisiert hatte. Doch nach den vier Wochen, in denen das Projekt jeweils in einer Doppelstunde Ethik stattfand, sagte dieselbe Schülerin zum Abschluss: „Ich war etwas unsicher. Aber das war etwas Gutes, über das wir gesprochen haben.“

Genau um diese Erfahrungen gehe es, sagt Beck, die die Projektstunden zum Thema „Leben, Sterben und Tod“ mit verschiedenen Angeboten gestaltet. Wenn die Kinder im Abschlusskreis von ihren Veränderungen reden, offenbaren sie ungewohntes Vertrauen. Eine Schülerin hat ihre „schöne, junge Mutter“ früh verloren, sie kennt sie eigentlich nur von Bildern.

Ein anderer erzählt vom Krebs, unter dem sein Opa leiden musste. „Ich bin froh, dass er im Himmel ist, weil er dort keine Schmerzen mehr hat.“ Eine andere Schülerin erzählt vom Unfalltod einer guten Freundin ihrer Mutter. „Es ist wichtig, darüber zu reden und auch eigene Gefühle zuzulassen“, sagt Ethik-Lehrerin Edina Celic, die das Projekt als sehr positiv empfindet.

Den Tod als Teil des Lebens verstehen und annehmen, das ist eine Aufgabe des Projekts „Hospiz macht Schule“, Schüler sollen dafür sensibilisiert werden und einen offenen Umgang mit Krankheit, Alter, Tod und Trauer erfahren. Und trotz dieser ernsten Themen herrscht im Klassenzimmer eine Art ausgelassene, aber dennoch respektvolle Atmosphäre.

Hier können Sie den RNZ-Artikel vom 10.02.2025 weiterlesen »

Nach oben